Grenzen? Verschieben wir.

Beteiligung, die wirkt.

Der VFS schafft echte Begegnungen durch inklusiven Sport – von Rollstuhlrugby, gemeinsamen Handbiken bis (hoffentlich schon bald) Tauchen. Zu Hause versauern ist keine Alternative. Werde ein Teil eines Projekts.

Rollstuhlrugby ist eine von 32 Sportarten im DBS (Deutschen Behindertensportverband) und zugleich der einzig ausübbare Mannschaftssport für Menschen mit drei oder vier eingeschränkten Gliedmaßen.

Im paralympischen Sport ist Rugby spätestens seit London 2012 einer der Eycatcher. In keinem Land spielen so viele Menschen Rugby und nirgendwo gibt es eine so hohe weibliche Beteiligung wie bei uns in Deutschland.

Wer wir sind

Wir sind ein Team, das Teamgeist liebt – auf dem Spielfeld und darüber hinaus. Unser Ziel: Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen Einschränkungen finden, die sich mit uns sportlich entfalten, Teil einer Gemeinschaft werden und über sich hinauszuwachsen.

Unsere Geschichte – und wie Rollstuhlrugby funktioniert

Rollstuhlrugby hat seine Wurzeln in den 1970er Jahren in Kanada und fand seinen Weg in den 90ern nach Deutschland. Aus dem damals sogenannten „Murderball“ entwickelte sich ein hochdynamischer, taktischer Mannschaftssport, der heute weltweit etabliert ist. Zwei Teams mit je vier Spieler:innen, ein Basketballfeld nebst sog. Keys (unsere „Strafräume“), speziell angefertigte Rugby-Sportrollstühle und ein gehärteter Volleyball – mehr braucht es nicht. Gezählt wird ein Punkt, wenn der Ball in kontrollierter Form (d.h. nicht geworfen) über die gegnerische Torlinie gebracht wird. Körperkontakt selbst ist nicht erlaubt, der Einsatz der Stühle schon – Rammen, Blocken, Hitten sind die Mittel der Wahl.

Damit alle faire Chancen haben, werden Spieler:innen je nach Einschränkungen klassifiziert (0.5 bis 3.5 Punkte). Auf dem Feld dürfen die vier Spieler:innen zusammen je nach Wettbewerb maximal sieben bis acht Punkte haben. Frauen erhalten einen Bonus von 0.5 oder 1.0 Punkte.

Geheult wird nur, wenn es blutet oder komisch absteht.

Unbekannter Trainer

Im Ernst:

Safety first! Sicherheit wird bei uns großgeschrieben. Das beginnt schon bei den Regeln und Normen, die beim Bau der Rollstühle einzuhalten sind. Da ist man sehr genau.

Natürlich ist der Sport rau. Daneben steht allerdings eine Herzlichkeit, die oft typisch für die Communitys ungewöhnlicher `Randsportarten´ ist.

Wenn Du länger zuschaust, wirst Du auch ab und zu einen auch mal spektakulären Hit zu sehen bekommen (in den höheren Ligen – und meist sind sog. Highpointer beteiligt). Wie man richtig fällt, lernt man schnell. Wenn man es nicht schon instinktiv kann.

Warum Rollstuhlrugby gelebte Inklusion ist

Inklusion im Mannschaftssport bedeutet nicht nur, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen können. Sie bedeutet vor allem, dass auch Menschen mit Handicap die Chance haben, einen Sport zu finden, der sie begeistert, fordert und stolz macht.

Für die meisten von uns ist Rollstuhlrugby die einzige ausübbare Mannschaftssportart.

Im Rollstuhlrugby erleben wir genau das:

Wir sind Athlet:innen, Taktiker:innen, Teamplayer – echte Sportler:innen in einem dynamischen, wettkampforientierten Umfeld. Das Gefühl, im Team zu stehen, Verantwortung zu übernehmen, Siege zu feiern oder Niederlagen gemeinsam zu verarbeiten – all das ist Teil echter sportlicher Teilhabe.

Der Sport schafft Begegnung, stärkt Selbstvertrauen und baut Barrieren ab – auf dem Spielfeld und auch in den eigenen Köpfen.

Kurz gesagt:
Rollstuhlrugby ist Inklusion in ihrer aktivsten und coolsten Form.

Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft
– sondern aus unbeugsamem Willen.

Mahatma Gandhi

Werde Teil unseres Teams

Du suchst nach einem Sport, der dich herausfordert, begeistert und Gemeinschaft bietet? Dann bist du bei uns genau richtig. Rollstuhlrugby ist offen für alle, die Lust auf Bewegung, Taktik, Teamspirit und ein wenig Remmidemmi haben.

Voraussetzungen:

  • Spielberechtigt: Einschränkung an mindestens drei Gliedmaßen (Ursache egal).
  • Du musst kein Rollstuhlfahrer sein – Sportstuhl wird bereitgestellt (nach Verfügbarkeit).
  • Mixed Teams: Frauen und Männer spielen gemeinsam.Safety first! Sicherheit wird bei uns großgeschrieben. Das beginnt schon bei den Regeln und Normen, die beim Bau der Rollstühle einzuhalten sind. Da ist man sehr genau.

Unser Team kennenlernen

Unterschiede zwischen Rollstuhlrugby und Rollstuhlbasketball

1. Ursprung und Zielgruppe

  • Rollstuhlbasketball entstand für Menschen mit einer Beinbehinderung, die ihre Arme und Hände weitgehend normal einsetzen können.
  • Rollstuhlrugby wurde speziell für Tetraplegiker:innen entwickelt – also für Menschen mit Lähmungen in Armen und Beinen oder eingeschränkter Handfunktion.

Das ist der entscheidende Unterschied:
Rollstuhlrugby ist von Anfang an so konzipiert, dass auch Spieler:innen mit eingeschränkten Händen aktiv, erfolgreich und selbstbestimmt mitspielen können

2. Warum Rugby bei eingeschränkter Handfunktion oft besser passt (obwohl Du auch Basketball spielen könntest)

Wer eine eingeschränkte Greif- oder Fingerfunktion hat, stößt im Rollstuhlbasketball schnell an Grenzen:

  • Der Basketball ist größer und schwerer zu kontrollieren.
  • Dribbling und präzises Werfen setzen feine Handbewegungen voraus.
  • Unterschiede in der Griffkraft wirken sich stark auf die Einsatzzeiten im Spiel aus.

Beim Rollstuhlrugby dagegen:

  • Ist der Ball kleiner (gehärteter Volleyball) und kann auch leichter geführt werden.
  • Er muss nicht hoch in einen Korb, sondern kontrolliert über die Linie gebracht werden – das reduziert die Abhängigkeit von Fingerbewegungen.
  • Die Spielweise setzt auf stuhlbetontes Agieren, Blocken und Taktieren – Fähigkeiten, die weniger von der Feinmotorik der Hände abhängen.
  • Das Regelwerk sorgt über die Klassifizierung (0.5–3.5 Punkte) für Chancengleichheit: Wer weniger Handfunktion hat, wird entsprechend niedriger eingestuft und ist für die Teambalance wertvoll. Dem K.-System im Rollstuhlbasketball ist hingegen bereits der Gedanke fern, dass jemand mit Einschränkungen im Bereich Hände / Arme spielt.

3. Fazit

Rollstuhlrugby ist ideal für Menschen mit eingeschränkter Hand- oder Armfunktion, weil:

  • es ihnen eine aktive, gleichberechtigte Rolle im Spiel ermöglicht,
  • das Regelwerk und Material auf ihre körperlichen Voraussetzungen abgestimmt sind,
  • und weil Teamtaktik, Einsatzbereitschaft und Kommunikation wichtiger sind als Griffkraft oder Ballkontrolle.

Kurz gesagt:

Im Rollstuhlrugby entscheidet der Kopf – nicht die Hände.
Es ist der perfekte Sport für alle, die trotz körperlicher Einschränkungen intensiven, taktischen und emotionalen Mannschaftssport machen wollen.